meine freundInnen.
- loo

- Jan 7, 2024
- 13 min read
Updated: Sep 25, 2025
ich liebe meine freundInnen.
ich nerve alle meine freundInnen damit, dass ich sie liebe.
also, ich bin mir sehr sicher, dass ich das mache.

sie wissen alle irgendwie natürlich voneinander.
ich erzähle ziemlich viel und natürlich sehr ausgiebig über sie und darüber, wie lieb und süß sie alle sind.
sie sind so diverse menschen, was ja klar ist, weil es halt .. eigene menschen mit persönlichkeiten sind,
aber sie verbindet irgendwas und nicht ich bin es. meine freundInnen haben beispielsweise alle irgendwelche farben und lieder.
sie haben gerüche, mit denen ich sie verbinde oder melodien, die ich vielleicht mal auf dem klavier spielte und dann aber wieder vergessen hatte.
meine engsten freundInnen sind ketten, die ich aufeinandergestapelt an meinem hals trage oder ringe, welche aber nicht färben, wenn ich sie beim händewaschen nicht ausziehe.
alle meine freundInnen sind lichter die ich sehe, wenn ich nachts über diese stadt blicke.
meine freundInnen sind treppenstufen auf dem weg zu meinem zimmer, in dem alle momente mit ihnen, wie in der drogerie ausgedruckte bilder, an den unendlich-scheinenden zimmerwänden hängen.
meine freundInnen erinnern mich mit ihren worten an dinge, die ich irgendwann in meinem leben verloren habe und sehnlichst vermisse.

mila ist wohl die farbe pink.
es ist eine unglaublich nervenreibende laute und helle farbe, vielleicht ist mila das ja auch ein wenig.
was mich an mila erinnert, ist nicht selbst pink.
sowas, wie bestimmtes essen oder musik, überraschenderweise nicht ausschließlich aber nun – klar –größtenteils vertreten von taylor swift, welches halt einfach mila in meinem kopf ist,
selbst all das ist nicht pink.
ich kann keine auren erkennen oder die zukunft aus ihrem lachen lesen,
ich kann mila anschauen und weiß einfach, dass sie die farbe pink ist.
der weiße monster energy erinnert mich an sie, diese eine dunkelrote sorte von pringles stapelchips, sehr viele songs von diversen indiekünstlerInnen, welche eher grüne oder gelbe farben wiederspiegeln, und eben dieses eine wunderschöne blaue kleid.
nichts davon ist pink, mila schon.
ich kenne mila irgendwie schon immer, jedenfalls schon immer, seitdem die zeit mir wichtig ist.
mila brachte mich dazu, zeit zu leben und die uhr nicht mehr zu analysieren, um die letzte stunde anschlagen zu sehen. mit mila verbringe ich viel von all dieser zeit, sie lässt mich vergessen, wann und das der tag irgendwann endet.
sie ist meine schrecklich schreibende, rettende linke hand, wenn ich falle.
egal was ihr auch je fehlen mag, sie hat noch so viel mehr-
zum beispiel die grelle, laut ertönende, einzigartige und wärmende farbe pink.

pink ist die letzte farbe, nach der ich in einem nadelwald suchen müsste.
lou auch, aber weil ich lou eher sehr schnell als nie finden würde.
lou ist ein tannenwald, auch wenn es wirklich seltsam und quer klingen mag.
ich könnte den ganzen tag durch den wald spazieren, mich tragen lassen von der klaren luft und auf dem moosboden den lichtern, welche durch die baumkronen stechen, hinterherspringen, bis der nächste und dann der übernächste tag anbricht.
ich glaube, dass lou alles ist, was leidenschaft ist.
noch nie fand ich kunst so faszinierend und friedlich zugleich. noch nie habe ich mich so begeistern lassen, von einfachen blicken und leicht nach oben angezogenen mundwinkeln.
vor lou habe ich kunst nicht verstanden als eine art von liebe, sondern als visualisierung von untergang und wiederauferstehung.
ich habe viel kunst gesehen und gelesen, versucht zu verstehen und zu interpretieren, was denn der zigtausendste künstler wieder ausdrücken wollte.
als ich lou sah, habe ich kunst getroffen, die kein einziges wort gesprochen hat, aber trotzdem so unglaublich gut zu hören und zu lesen war.
lou war die form von kunst, die ein unendliches bild zeichnet.
lous kunst ist liebe.
lou selbst ist kunst, in wenig worten und vielen geschichten,
wie der des nadelwalds.

trisha ist ein zuhause.
bei ihr fühle ich mich willkommen, sie ist ganz herzlich und lädt ein, mit ihr zu sein.
immer wenn ich mit trisha bin, möchte ich ein klein wenig für immer bei ihr bleiben und
mich an ihr festhalten, wenn ich mich erschrecke oder über mich selbst stolpere.
ich würde sie zu gerne ewig an mich drücken und alle versuche tätigen, sie nicht zu verlieren.
trisha ist ein zuhause,
ihre augen spiegeln den sonnenaufgang.
ihr lachen dringt durch meine gehörgänge und enden als schmetterlinge in meinem magen.
ich könnte weinen, wann immer ich betrachte, wie wunderschön sie ist, den gang entlanggehend und die augen weit aufreißend, wenn sie jemanden wiedererkennen kann.
sie scheint hell, ihr sonnenaufgangsblick tut es.
ich hoffe, sie schaut irgendwann in die spiegelung einer regenpfütze und verzeiht sich all den schmerz, welcher ihre eigenen worte über sie brachten.
ich hoffe, sie versteht bald, dass sie sehr viel besseres verdient hat als das jetzt und nun.
ich hoffe, dass trisha versteht, dass sie keine bürde ist.
ich hoffe, dass sie weiß, dass sie ein zuhause ist.
mein zuhause.

oleks ist eine kamera, gefunden in einem alten, staubigen und chaotischen trödelladen.
der film dieser kamera ist komplett aufgebraucht, es braucht seine zeit um die noch auswertbaren bilder zu entwickeln und sie dann für alle ausgewählten auf dem tisch auszulegen.
es sind so viele unterschiedliche bilder aus der kindheit eines menschen, der uns fern wirkt, bis oleks uns die eigentliche nähe wieder einmal aufzeigt.
oleks scheint, als wäre ihm fremdes nie fremd.
oleks hat irgendwie eine innige beziehung zu dem, was wir vergessen. manchmal sind es satzanfänge, die ich vor drei themen brachte, um direkt danach wieder den eigentlich folgenden rest zu vergessen.
öfter jedoch, sind es animationskinderserien, über die er so spricht, als wären sie wissenschaftliche aufsätze.
es sind eigentlich immer die animationskinderserien, die natürlich auch ich geschaut habe.
bei ihm auf dem bett sitzend, schaue ich diese, wie am himmel-zerplatzenden-seifenblasen-wirkenden youtubevideos von comicpferden, welche seltsam tanzen und immer über freundschaft singen, um mich zu erinnern an das wohn- und esszimmer, in dem ich auf dem boden sitzend, nachdem der kindergarten zu ende war und ich wieder im gewohnten hause ankam, geprägt wurde von sprechenden schwämmen in viereckigen hosen und sehr queeren feen in kurzen bunten kleidern, aber auch meine wohl allerersten richtigen filme um 20:15 uhr im fernsehen schaute.
sie erinnern auch daran, wie ich dann noch nach diesen filmen wachblieb, um mtv oder nicknight zu schauen und diese eine tattoo-show inhalierte, als wäre sie ein asthmaspray und ich in not danach, bei der sich freundInnen und andere gegenseitig tattoos aussuchten und dann einfach stechen haben lassen, ohne vorher zu wissen, was sie da jetzt in die haut gemalt bekommen.
es ließ mich oft (..absolut müde und meine mutter wütend darüber, dass ich ja wieder fernseher schaue, obwohl ich ihn hätte ausschalten müssen..) fragend danach, was sich meine freundInnen wohl für mich aussuchen würden und ob wir, wie in der serie, danach nicht vielleicht lieber direkt den kontakt abbrechen und ein entfernungsstudio aufsuchen sollten.

als elio und ich jahre später über tattoos sprachen, dachten wir abschreckend schnell an ein partnertattoo mit hammer und sichel. ich hätte sicherlich nicht den hammer gehabt und über eine sichel hätte ich mich wohl auch rein theoretisch nach einem ende unserer freundschaft nicht beschweren können.
vielleicht, wenn jemand irgendwann mal fragen würde, war ich auch einfach nur ein landlicher knabe.
elio ist ein sonnenschein.
seine tiefgehenden und bedeutenden worte verschwimmen und werden zu großen bunten blüten, welche sich wiederum formen zu wärmenden händen und friedlichen nachtruhen.
er vereint so viel liebe und loyalität, obwohl wir uns oft genau wegen dieser sachen zerfetzt haben.
beim gedanken an ihn, erinnere ich mich schnell an unsere gemeinsamen trips und selbstverständlich als erstes an das große nasse zelt in dem wir nebeneinander lagen und noch lange nachts miteinander sprachen. als ich einmal an einem dunklen, aber nicht besonders späten, abend dort lag, rutschte ich tief bis ans ende des schlafsacks und gab mein bestes nicht an den gedanken zu erfrieren, welche mich die ganze zeit fragen daran ließen, wie es nun wäre, wenn er gar nicht mehr zurück ins zelt käme und er verschwinden würde, wie einer dieser dinge, die mich sonst so lange begleitet haben und dann halt einfach verloren gehen, wie kinder halt einfach solche dinge verlieren.
nicht verlieren im sinne einer entführung oder gar, wie er sich im wald verläuft, obwohl das sehr typisch für ihn wäre.
sondern wie er einfach nicht mehr da sein wird und niemand versteht, an wen ich mich erinnere, wenn nur er wieder in meinem kopf ist.
elio zieht mir fäden durch die gedanken, die sich spielen lassen wie saiten auf einer gitarre.
immer wenn ich an ihnen zupfe, höre ich seine lieder.
diese gedankenfäden bilden ein netz aus sicherheit,
es ist oft so, als könne ich mich daran erinnern, wie wir auf diesen netzen liegen und in den breiten himmel schauen.
elio bricht eis und lässt es schmelzen, wie das leid, welches der winter über mich bringt.
elio ist mein sonnenschein.

alex jedoch, im gegensatz zu elio, ist die nacht selbst.
ich weiß nicht, was es ist, dass deren sein so nachtähnlich macht,
alex ist ein lauter und kräftiger mensch. dey ist so vorranschreitend und es ist manchmal bewundernswert, wie perfekt alex worte finden kann, welche kleine ärgernisse beschreiben.
alex hält nicht viel von viel zu vielen worten oder alkohol.
alex trug dieses schöne, elegante und aber auch wirklich feine schwarze abendkleid, als ich dey einst vor dem städtischen kino stehen sah.
alex rauchte eine zigarette, sprach, aufgrund deren größe, zu mir runter und es machte mich ehrlicherweise ein wenig nervös, wie wunderschön dey war.
alex ist eine meiner guten freundInnen. wir waren nun schon zweimal im club feiern und dort hatte dey sich beide male sehr aufmerksam um mich gekümmert. alex kann oft viel zu gut deren eigene meinung vertreten. alex ist ein bewusster und lebender mensch.
alex ist schön, wie die nacht es ist.

toni ist der wind.
sie führt mich in die freiheit, erinnert mich an diese.
toni habe ich nur einmal getroffen. ich habe oft zu ihr hochgeschaut und versucht ihre augen zu erknnen, scheiterte zu oft bei dem versuch und blickte dann auf den boden, bis sie mich wieder ansprach.
toni war ganz sorgsam, so wie es auch jeder mensch sonst angekündigt hatte.
sie war bei mir, hat mich ganz lange in den arm genommen und, sie zu verabschieden, führte zu einem bruch in meiner sicht.
tonis wind begleitete mich, tut es immer noch, bis ich sie nicht mehr wiedersehen konnte.
toni ist der wind, welcher freiheit einläd.

natalee ist meine freundin, auch wenn wir schwestern sind.
natalee ist mein anschnallgurt, mein karabiner und meine erinnerung daran, auf mich aufzupassen.
sie gibt sich so viel mühe, meine schwester zu sein, wodurch sie oft vergisst, dass wir freundinnen sind.
sie ist meine ansprechpartnerin, auch wenn interaktionen untereinander seltener und schwieriger werden.
wir werden beide älter, verstehen einander besser, hören einander ewig lange zu, bis der eine auflegen muss.
sie lernt aus dem was passiert. sie bringt mir bei, an was ich mich irgendwann immer zurückerinnere.
sie versteht fehler besser, als jene anderen geschwister jemals könnten. sie kennt mich und nimmt sich energie und zeit, um mich nicht zu verlieren.
ich liebe natalee, sie ist eine meiner lieblingsfreundinnen und die beste schwester, die jemand je verdienen könnte.

passi ist kaum beschreibbar, glaube ich.
passi ist der partner meiner schwester, für mich jedoch auch noch soviel mehr.
er ist sorgsam, wie niemand sonst. er ist nicht einzig ein zuhörer, er ist jedesmal bereit, mich aus meinen miserablen fehlern zu retten. er ist erreichbar und auch wenn er es scheinbar nicht ist, dann kann er wohl spüren, wenn etwas nicht stimmt. er liest mich, fragt schneller als jeder sonst, was los ist oder wo zu helfen ist.
er nimmt sich einfach, sich um mich zu kümmern, wenn jemand anderes es nicht kann oder macht.
passi ist mein retter. vielleicht ist das die beste beschreibung, die ich jemals zu ihm finden könnte.

laurens ist die musik.
ein großes, breites feld an den unterschiedlichsten tönen und vielen stimmen.
laurens vereint alle musik und fügt sie zusammen, wie ein puzzle mit unendlich vielen teilen.
seine musik baut leben zusammen, bildet frieden und ruhe. seine musik ist melancholisch und tieftraurig zugleich.
seine emotionen sind aus seiner musik lesbarer als aus seinen worten.
wenn ich höre, was er macht, dann kann ich die bilder sehen, die er fotografiert und dann wohl mal mehr oder weniger bearbeitet.
seine bilder sind immer schön, zeigen meistens landschaften, welche bekannt sind und aber so leicht wieder in vergessenheit geraten.
ich habe kaum ahnung von musik, nur seine kann ich ein bisschen verstehen.
vielleicht ist das auch keineswegs so, vielleicht versteht mich eher noch laurens musik.
sie ist ein spiel aus sternen, licht und treue.
laurens musik ist ein nachthimmel, der sich formt um schutz all denen zu gewähren,
die lieber zwischen sternen, licht und treue nachhause laufen.

meine freundInnen sind mehr als erinnerungen an das, was ich bereits kenne.
sie sind vielfältig, sie sind laut und konsequent.
ti ist das auch.
ti ist laut wie ein gedicht und still wie der knall eines feuerwerks.
noch nie hat jemand so friedlich so laut geschrien und getanzt, wie sie es tut.
tis stimme ist so gerade und ein geländer, an dem sich beliebig viele festhalten können, ohne, dass sie wackelt. sie ist nicht in greifbarer nähe und trotzdem weiß ich, dass sie da ist, wenn ich meine hand nach ihr ausstrecke und mich halte.
ti ist ein lautsprecher, ein megafon und gleichzeitig schweigend still, als hätte man ti das reden verboten. ich höre sie, wie sie singt und wie sie in einem raum voll hunderter menschen schritte auf dem boden springt.
sie ist ein sturm, wie ein sturm nur heftigst und groß wüten kann, aber auch ist sie die ruhe direkt danach.
sie schleicht durch die straßen und verschwindet dann in die dunkle nacht.
ti ist groß und nimmt einen schmerzenden genau so auch in den arm.
ti ist die stille und der ruf nach frieden darin.

marisyl ist lila.
nicht in etwa lila wie eine lilane wandfarbe oder lila wie die lilane acrylfarbe, mit der jemand anderes deren bilder malen mag.
marisyl ist lila wie der himmel sich färben kann, oder blitze auf fotografien wirken.
marisyl ist lila wie ein lilaner garn, aus dem alte hände schönes häkeln können.
deren stimme ist so greifend, so fesselnd und angenehm. deren stimme erweckt die ferne und wenig existente erinnerung daran, wie man jemandem etwas vorlesen würde und dieser jemand langsam und sicher die augen schließt. deren lila ist ein reines gefühl von sicherheit und schutz.
wie kann man jemanden beschreiben, den man nicht trifft und den man trotzdem in der dunkelheit der augenlider klar erkennen kann? marisyl ist eine neblige herbstnacht und die wolkendecke, die darüberliegen mag.
marisyl ist lila, wie die kaum erkennbare ferne.

lövi ist die sonne.
nicht aber einfach irgendeine von vielen sonnen,
er ist eine ganz einzigartige, bekannte sonne.
lövi habe ich gerade das allererste mal getroffen.
es war, wie zu erwarten, sehr schön mit ihm und traf mir direkt ins herz.
zeitgleich war es seltsam zu sehen, was ich mir sonst nur schwer visualisieren konnte,
schließlich habe ich oft genug versuche angestellt, es mir vorzustellen oder auszudenken, wie die zeit verlaufen würde. egal jedoch, was am besten gepasst hatte von all diesen gedankenspinnereien,
ich wusste, dass ich mich geborgen fühlen werde und dass es mir unglaublich wehtun wird, wenn ich ihn beim letzten umdrehen aus dem blick verlieren werde.
lövi ist ein sonniger und so guter mensch.
„gut“, mit diesem wort habe ich ihn wirklich unsagbar oft beschrieben.
er ist kein bilderbuchmensch, sicherlich nicht. lövi war für mich schließlich immer besser.
lövi hat etwas herzlich „gutes“.
es ist gutes, wie immer eine packung taschentücher bei zu haben oder einem die mandarine zu öffnen, obwohl man es selbst ja auch könnte.
er wirkt so sonnig.
nicht etwa sonnig, wie der allerglücklichste mensch, den die welt je erblickt haben soll,
sondern sonnig, wie ein herz aus den händen zu formen oder eine straßenkatze, welche schnurrend an den beinen eines fremden vorbeischleicht.
lövi ist einfach unsagbar lieb, gut und sonnig.

benny ist diese eine bestimmte farbe blau, ich hab sie mir sogar als hex-code gemerkt.
bennys stimme habe ich gefühlte ewigkeiten nicht gehört. ich erinnere mich daran, dass sie sehr angenehm zu hören war, überdurchschnittlich halt, nicht wie bei all meinen anderen freundInnen.
er empfand meine stimme wohl ähnlich, schließlich hatte er mich immer darum gebeten, ihm irgendwas vorzulesen. egal ob auf deutsch, egal ob auf englisch, einfach vorlesen. gerne hätte ich das öfter gemacht, schließlich besteht bei mir ohnehin immmerzu ein großer mitteilungsdrang.
benny wirkt nicht unbedingt gesellig in großen gruppen, dafür aber sehr herzlich.
das ist kein aufruf oder eine manifestation, aber er scheint, als würde er für den besuch die servietten in niedliche figurinen falten und kekse auf den tisch stellen.
er wirkt wie die erste umarmung, nachdem man die ganze zeit über im stillen gelitten hat.
benny ist die jacke, auf die jemand verzichtet, damit du nicht frierst.
benny ist ein freundschaftsarmband, ein paar viele liebe worte und ein glas kühles wasser, während man gerade kopfschmerzen hat.
benny ist ganz lieb und eine besondere sorte himmelblau.

paul ist eine form von warmen frieden.
warm nenne ich meine freundInnen immer, weil sie etwas willkommendes und (nun eben) aufwärmendes haben.
ganz besonders er.
ich habe oft menschen kennengelernt, ihre geschichten gehört und sie mir weitergespinnt, bis ich nicht mehr denken konnte.
ich habe viele menschen getroffen und viele menschen mögen gelernt. ich habe viele menschen verabschiedet, losgelassen und aus dem blick verloren. ich habe viele menschen verloren und nie wieder gefunden.
ich habe menschen lieben gelernt und an mein herz gelassen, so auch meine freundInnen.
ich habe ihn kennengelernt und dabei wurde mir ganz warm.
paul und seine wärme ist nicht etwa wie die wärme eines viel zu hitzigen sommertags, der den wunsch nach einem schwimmbadbesuch erstmalig wieder zulässt.
es ist auch nicht wie die wärmflasche, mit dem beinahe noch kochenden wasser darin, auf die haut zu legen.
es ist mehr so, als würde man wieder einmal krank im kinderbett liegen und in decken eingehüllt werden,
oder im winter zur begrüßung in den arm genommen zu werden, von den engsten und liebsten freundInnen.
begrüßung,
so wirkte wärme immer für mich.
wärme wirkte wie ein wohliges willkommen und eine warme tasse tee auf dem tisch, damit sich die geladenen gästInnen auch wirklich wohlfühlen.
wärme wie die, die er ist, ist nicht unbedingt das. natürlich auch, aber nicht nur.
wärme kann eine kalte dienstagnacht und ein spaziergang sein oder eben eine viel zu teure große tasse heiße schokolade mit pflanzlicher milch in einem innenstadtcafé mit riesigen fenstern anstelle von wänden. vielleicht ist wärme auch das schaukeln in einem der vielen parks der hauptstadt, der versuch holztiere in der ferne zu entziffern, oder die enttäuschung, weil alle in der gruppe zu jung sind, um die so hoffnungschürende tischtennis- und queerfreundliche bar zu betreten. vielleicht ist wärme auch, vom besitzer eines spätkiosk abgezockt zu werden für einen gefälschten schnellladenden adapter, aber vor der tür wenigstens alle warten zu haben, die sich lieberweise wenigstens ein bisschen mitärgern.
vielleicht ist wärme auch eine ernsthaft besorgte nachricht zurück zu bekommen, nachdem man stunden zuvor ausversehen eine sprachnachricht, welche einen mentalen zusammenbruch aufzeichnete, losschickte.
vielleicht ist wärme das erste mal wirklich mehr als eine einfache temperatur.
paul und seine wärme, sind sehr sehr viel mehr als nur eine einfache temperatur.
seine wärme ist eine einladung, ein abschied und ein wiedersehen.

colin war eine blume, wachsend aus den kleinen fetzen erde, welche gerade so noch um ihr leben kämpften zwischen all den eingestampften pflastersteinen auf dem boden.
colin hatte irgendwann mal zuletzt noch kalte hände und erinnerte sich wohl auch einst an gemeinsame träume.
colin ließ mich voll kaum ausprechbarer worte.
er ließ mich sprachlos und obgleich konnte ich ihm nicht genug erzählen.
colin war die melancholie in der massenhysterie.
colin ging weg, vielleicht habe ich ihn auch einfach zu weit weggedrängt.
jetzt ist er fort.
ich frage mich oft, was das mir heißen und bedeuten soll.
ich frage mich sehr sehr oft, warum diese leute in meinem leben sind, wieso sie gehen und ob das mir erinnerungen sein sollen, für die verpflichtungen die ich irgendwem, nicht etwa einer existierenden authorität, sondern etwas wie einer höheren macht, zu erfüllen hatte.
vielleicht sind sie auch lektionen für vergangenes und vergessenes?
vielleicht war genau er eine lektion,
vielleicht war er auch sehr viel mehr als eine symbolik.
ich möchte nicht glauben, dass er mehr war.
was oder wer meine freundInnen auch sein sollen, sie sind juwelen in meinem leben und spiegeln lichtstrahlen auf diese kalten, geteerten straßen.




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